Glauben

Warum....

Ende 1991 habe ich den Tod gesehen....eine aufsteigende Lähmung hat mich mitten aus dem Leben gerissen... innerhalb weniger Tage war ich bis zum Hals gelähmt....

und was hat das mit "Glauben" zu tun?

Eine innere Stimme sagte mir - Du wirst nicht sterben - und so war es auch. Ich wurde nur daran gehindert so weiterzumachen wie ich es die Jahre zuvor getan hatte......Karriere....Geld.....noch mehr arbeiten ....noch mehr Geld.... und für was? Nur dass ich mir für meine Familie etwas  leisten konnte....dass daran das Familienleben zugrunde ging hatte ich zu spät gemerkt und die Familie zerbrach....

Nun lag ich also da, konnte mich nicht mehr bewegen... nur denken. Viele Stunden lag ich so da und machte mir Gedanken über mein Leben - fast war ich dankbar dafür, dass alles so gekommen war - das wurde mir aber erst sehr viel später so richtig bewusst - ich hatte eine zweite Chance bekommen noch einmal ganz neu anzufangen!

In dieser Zeit machte ich mir auch über den Glauben viele Gedanken - einerseits hatte ich Angst - "bis das der Tod uns scheidet" hatte  ich einmal vor Gott und meiner Gemeinde geschworen - und nun stand ich vor dem Scherbenhaufen meiner Ehe - und ehrlich gesagt, war ich auch nicht mehr besonders scharf darauf diese Lebensgemeinschaft weiter aufrecht zu erhalten. Trotzdem hat das mich sehr belastet - mein Glaube war und ist mir sehr wichtig....lange Zeit konnte ich überhaupt nicht mal mehr in die Nähe einer Kirche gehen, so schämte ich mich. 
Ich habe mir aber in dieser Zeit auch viele Gedanken um diese "Volkskirche" gemacht, der ich bis heute angehöre. Mir wurde bewusst wie kalt doch diese Gemeinschaft in Wirklichkeit ist. Was hatte ich für Möglichkeiten? Ich hätte austreten können und sagen Kirche geht mich nichts mehr an. Ich hätte mir eine andere Glaubensgemeinschaft suchen können - aber mir wurde schnell klar, dass jede dieser Gemeinschaften auch Ihre Besonderheiten, Eigenheiten und Probleme hatte. Eine eigene Glaubensgemeinschaft hätte ich gründen können - dann wäre alles so gelaufen wie ich das gerne gehabt hätte - aber kann das der Sinn sein - wenn Dir was nicht passt, dann mach alles selber?
Mir wurde bald klar dass nur ein Weg einen Sinn ergab - erzähle dieser Glaubensgemeinschaft, in der du dich befindest, und den Menschen, die es hören wollen, wie es dir geht und welche Gedanken dir durch den Kopf gehen bzw. gegangen sind. Einige dieser Gedanken sind vielleicht weit hergeholt, von Außenstehenden schwer nachvollziehbar, nicht christlich genug und und und... sie sollen auch nicht als Bekehrung dienen um irgend jemand von Ihnen von meinen Gedanken leiten zu lassen. Sie sollen nur das wiedergeben was für mich durch meinen eigenen Weg das Resümee meiner Überlegungen ist. Denken Sie darüber nach und machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken.  
 

 


 

Gott lebt in Dir!

Manche nennen es Intuition, andere Fügung, wieder andere innere geistige Kraft. Seien Sie mal ehrlich - auch Sie spüren dass da etwas ist, das sie leitet, Sie vor Unheil bewahrt, etc.. Als mir klar wurde dass Gott, oder wie Sie diese Kraft auch immer nennen, kein abstraktes etwas ist - irgendwo - nicht greif- bzw. begreifbar - war auf einmal vieles klarer. Nun können Sie sagen: In meinem Leben ist aber so viel entsetzliches passiert - wie kann ich da an eine Kraft glauben die mich leitet?

 


 

nichts ist so schlimm als dass es nicht auch für etwas gut ist

Es gibt meiner Meinung nach zwei Auslöser für Leid in einem Leben, sowie einen weiteren Grundgedanken, auf den ich aber erst später eingehen möchte. Die Auslöser sind erstens Angst und zweitens ein "auf den richtigen Weg bringen". Die Angst ist schnell erklärt - wenn Du vor etwas Angst hast, ist die Wahrscheinlichkeit dass es auch passiert sehr groß! 
Ich habe zum Thema Angst eine bezeichnende Geschichte erlebt. Ich saß mit einer Bekannten an einem kleinen See in einem Park. Es war ein sehr schöner milder Spätsommertag. Meine Bekannte erzählte mir von ihren Erfahrungen im Leben. Sie beendete die Ausführungen mit dem Satz:" Weißt du - immer wenn etwas passiert dann passiert es mir". Der Satz war noch nicht verklungen, da flog ein Vogel über uns hinweg und verrichtete sein Geschäft direkt auf die weiße Hose meiner Bekannten...... ich denke sie verstehen was ich damit sagen will.
Angst macht uns passiv und depressiv. Positives Denken ist hier angesagt! Machen Sie sich klar wie klein die Wahrscheinlichkeit ist, dass gerade Sie bei einem Autounfall ums Leben kommen, dass gerade Ihr Haus abbrennt, dass gerade bei Ihnen eingebrochen wird, auch wenn Ihnen Versicherungen und die Medien ein ganz anderes Bild zeichnen. Ich habe heute so gut wie keine Versicherungspolice mehr - warum soll gerade mir etwas passieren - und wenn - ich habe auch schon durch meine Ehescheidung alles verloren - und heute geht es mir wieder trotzdem besser wie früher! Besitz macht uns arm!
Unsere innere Führung, und nun komme ich zum zweiten Auslöser, weiß wann wir auf einem Weg sind, um uns selbst zu zerstören. Unser Körper lässt sich von uns nicht ohne weiteres zerstören. Irgendwann sagt unser Immunsystem - STOP - so mache ich nicht weiter. Unser Körper zieht die Notbremse und legt uns lahm. Ich habe in der Zeit meiner Krankheit viele andere kranke Menschen kennen gelernt. Vor allen bei Krankheiten wie MS ist mir aufgefallen, dass hier Menschen betroffen waren, die mit dem Stress in Ihrem Leben nicht mehr klargekommen sind - Frauen nach der Geburt ihres zweiten Kindes - Kinder mit Schulproblemen - Menschen, die ihren beruflichen Stress nicht mehr bewältigen konnten. Her sagt der Körper STOP und das schwächste Körperglied macht schlapp - Nervenentzündungen, aber auch Magengeschwüre, Schlaganfälle, Allergien etc. sind die Folge. Wichtig ist hier nur die Zeichen zu erkennen und entsprechend zu handeln - leichter gesagt als getan, das weiß ich - aber trennen Sie sich von dem Konsumdenken alles besitzen zu müssen.

 


 

seht die Vögel unter dem Himmel - sie säen nicht, sie ernten nicht und unser himmlischer Vater ernährt sie doch....

Dieser Satz aus der Bibel ist kein Aufruf zum nichts tun oder ein Aufruf zum Leben mit Sozialhilfe! Wenn Sie begriffen haben, dass das Leben wichtiger ist als der Besitz, werden Sie mit einer Leichtigkeit leben lernen, fröhlich und unbeschwert, dass Ihnen, obwohl Sie es gar nicht anstreben, alles automatisch zufällt.
Ein Fitness-Papst dieser Tage (so wird er wenigstens in den Medien genannt) hat es auf den Punkt gebracht. Bewege Dich "lächelnd". Dieses lächeln sollten wir bei allem tun was wir tagaus tagein machen; nur wenn wir etwas gerne machen - also dabei lächeln können - machen wir es gut und es belastet uns nicht. Da brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, dass wir unsere Arbeit verlieren, oder wenn, dass wir keine neue Arbeit finden. Angst zerfrisst uns - sorge dich nicht.... 

 


 

das Leben, die einzige Bewährungsprobe

Nun aber zu einem ganz anderen Denkansatz. Kann es sein, dass wir 70 - 80 Jahre lernen und uns abschuften und dann ist alles vorbei? Das wäre doch eine unheimliche Verschwendung der Natur, oder nicht? Könnte es nicht auch so sein, dass das Leben nur eine Art Prüfung darstellt und wir da möglichst gut durchkommen müssen? Mir erscheint das einleuchtend. Aber was wenn jemand diese Prüfung nicht schafft? Auch das erscheint mir einleuchtend - dann muss er das Leben halt noch einmal leben und evtl. noch einmal und noch einmal.....
"Die Guten sterben immer zuerst" - diesen Satz hört man öfters - würde das nicht den Gedanken untermauern - oder auch die Geschichten zum Paradies im AT und zur Auferstehung und die Chancen die uns in der Bibel im NT immer wieder aufgezeigt werden um doch noch "erlöst" zu werden - erlöst von einem Leben auf Erden....? 
Sicher - diese Überlegungen klingen nicht sehr christlich - aber wer sagt uns den, dass gerade der christliche Glaube der einzig wahre ist - ist es nicht eher so, dass sich jede Kultur ihren Glauben angepasst hat - kann es nicht sein, dass Glaube etwas viel höheres ist als die Religion der einzelnen Kulturkreise - also eine Art Summe aller Religionen. Was der Mensch daraus gemacht hat ist allerdings etwas ganz anderes - Kriege im Sinne von "Machet zu Jüngern alle Völker...." kann auch Jesus nicht gewollt haben. Glaubenskriege sind von herrschsüchtigen Menschen gemacht.

 


 

der Tod ist der Anfang, nicht das Ende

Es gibt ein Leben nach dem Tod - das ist für mich eine Tatsache. Meinem empfinden nach wird nach jedem Leben eine Bilanz gezogen - war es ein gutes Leben - oder habe ich wieder nichts daraus gelernt. Wie oft muss ich wieder zurück auf diese Welt. Wann habe ich es endlich geschafft die Strapazen des Lebens nicht mehr auf mich nehmen zu müssen. Niemand weiß was danach kommt und das ist auch gut so - jeder soll sich seine eigenen Gedanken darüber machen können. Ist es aber nicht gut wenn man in einem Bewusstsein leben  kann dass es ein danach gibt - ohne Angst dass es nicht alles vorbei ist mit dem Tod. Für mich ist das beruhigend.

 


 

Gott spricht zu Dir- Du musst nur zuhören können 

In der Zeit meiner Krankheit habe ich mit Gott sprechen gelernt und er hat mir geantwortet- das hört sich vielleicht überheblich an - aber ich gebe hier nur wieder was ich erlebt habe. Wie Sie sich sicher vorstellen können quälten mich viele Gedanken und Fragen in dieser Zeit. Ich habe gelernt, dass ich, nachdem ich mir eine dieser Fragen gestellt hatte und wahllos die Bibel aufschlagen musste und schon wurde mir die Antwort präsentiert! Sie glauben mir nicht? Ich kann Ihnen hier nur erzählen wie es mir ergangen ist. Ich habe in der Verzweiflung der damaligen Zeit jemanden gefunden, dem ich alles sagen konnte und der mir wie ein guter Freund  Ratschläge gegeben hat, wie ich mein Leben wieder in den Griff bekomme - und es hat mir geholfen. Vielleicht habe ich nur das aus der Bibel herausgelesen was ich sowieso schon wusste? Vielleicht.... aber eines weiß ich sicher  - es hat mir über vieles hinweggeholfen und ich bin sicher dass Gott mir durch sein Buch geantwortet hat und mir so zu meinem heutigen, besseren, Leben verholfen hat.
Sicher, seit ich wieder vollbeschäftigt bin, kaum mehr Behinderungen im "normalen" Leben habe, haben sich viele Grundsätze, die ich mir im laufe der Krankheit für mein zukünftiges Leben erarbeitet hatte, relativiert - aber um so mehr ich wieder dem "alten Trott" von früher verfalle, um so öfters denke ich auch über diese Grundsätze wieder nach - viele habe ich zu Gedichten bzw. Gedanken verarbeitet und es ist spannend heute, durch das Lesen dieser Zeilen deren wieder bewusst zu werden.... 

 


 

Was sie hier gelesen haben ist fast 10 Jahre nachdem ich das alles erlebt habe entstanden. Lange habe ich mir überlegt, ob ich das alles zu Papier, bzw. ins Internet bringen soll und wenn mich nicht jemand immer wieder dazu gedrängt hätte, hätte ich es wahrscheinlich nicht mehr gemacht. Warum? - das weitere Leben hat mich gelehrt dass zwischen dem Wunschdenken und der Realität eine große Kluft besteht. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und versuchen bestmöglich durch sein Leben zu kommen. Wenn Sie Anregungen etc. haben, dürfen Sie mir gerne schreiben. Senden Sie mir ein eMail 

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